Ein Wort zum Abschied

„Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“ (Jesaja 41,10)
Liebe Apostelgemeinde,
manchmal kommen im Leben Momente, in denen sich alles anders anfühlt als vorher. Für mich und meine Familie ist so ein Moment da.
Letzten Sonntag habe ich es im Gottesdienst gesagt – aber ich weiß, dass nicht alle dabei waren, und dass es für viele von euch überraschend kommt, vielleicht sogar wie ein Schock: Ende Februar werde ich meinen Dienst als Pastor in Apostel beenden.

Das letzte Jahr war hart. Ich bin schwer krank geworden, das wissen viele von euch. Die Krankheit und die Zeit danach haben etwas mit mir gemacht – sie haben mich verändert, aber sie haben mir auch geholfen zu sehen, was ich wirklich brauche und wo mein Weg hingehen soll. Als ich im Herbst und Winter langsam in die Gemeinde zurückkam, habe ich mich sehr über das Wiedersehen mit euch gefreut. Aber mir wurde auch immer klarer: Diese Stelle hier ist gesundheitlich nicht mehr das Richtige für mich. Meine Zeit hier geht zu Ende. Nicht, weil ihr mir nicht wichtig seid – sondern weil ich erkannt habe, dass die Rahmenbedingungen dieser Arbeit nicht zu dem passen, was ich brauche, um gesund zu bleiben und meinen Weg weitergehen zu können.
Es gibt einen Vers, der mich durch die schwere Zeit getragen hat – Jesaja 41,10: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“
Dreimal sagt Gott „ich“ in diesem Vers: ich bin mit dir, ich bin dein Gott, ich halte dich. Als alles gewackelt hat – meine Gesundheit, meine Pläne, mein ganzes Bild von diesem Dienst – war da diese Hand, die mich nicht losgelassen hat. Auch als ich selbst nicht mehr festhalten konnte. Gott hält nicht das fest, was kaputt ist. Aber er hält mich fest – und trägt mich weiter in etwas Neues hinein.
Wenn ich zurückdenke an die Jahre hier, dann fallen mir viele schöne Momente ein. Unsere wundervollen Gottesdienste. Die Hauskreisarbeit, die wir gemeinsam ausgebaut haben – Orte, wo Menschen wirklich zueinander finden. Die großen Aktionen wie Willow Creek und Life on Stage, die uns zusammengeschweißt haben. Aber genauso wichtig waren mir die ganzen kleinen, stillen Begegnungen: die Seelsorgegespräche, die vertraulichen Momente, wenn ich Menschen durch schwere Zeiten begleiten durfte. Das sind die Dinge, die im Verborgenen passieren, aber die mir am meisten bedeutet haben.
Wie es für mich weitergeht? Ich habe mich entschieden, erst einmal nicht mehr als Gemeindepastor zu arbeiten. Ich bleibe Pastor, aber in einer anderen Funktion, und die konkreten Schritte werden sich in den nächsten Monaten zeigen. Für den Übergang werde ich in einigen anderen Gemeinden in Kiel vertreten.
Zum Schluss möchte ich Danke sagen. Danke an die ganze Gemeinde, an euch alle, die so viel mitarbeiten und sich einbringen – danke für die Jahre, die wir miteinander hatten. Das hat mir viel bedeutet.
Gott segne euch.
Gunnar Engel